Leistungen & Angebote

Die Klusstiftung hat folgende Leistungsangebote

 

  • Wohnheim für Kinder und Jugendliche mit wesentlichen geistigen und geistigen und mehrfachen Behinderungen, LT 1a, LT 10a
  • Wohnheim für Erwachsene mit wesentlichen geistigen und geistigen und mehrfachen Behinderungen, LT 2a, LT11a, LT12a
  • Wohnheim an der Werkstatt für behinderte Menschen, LT 5a
  • Intensiv betreutes Wohnen, LT 8a
  • Stationär betreutes Wohnen, LT 9a
  • Staatlich anerkannte Ersatzschule, Förderschule G

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist für uns ein besonderes Anliegen. Mit Schule, Reittherapie, Physiotherapie und großzügigen Freiflächen bieten wir wertvolle Leistungen zur Förderung und Begleitung behinderter Kinder und Jugendlicher an. Wir arbeiten mit guten und verlässlichen Partnern zusammen, wie z.B. dem Autistenverband Magdeburg und dem Sozialpädiatrischen Zentrum Magdeburg im Bereich frühkindlicher Autismus.
Die Arbeit mit Erwachsenen findet in Zusammenarbeit mit unseren Partnern statt. Wir kooperieren mit der Werkstatt für behinderte Menschen in Oschersleben und bieten eigene Tagesförderungen an, um den Menschen die Möglichkeit zu bieten, ihre Gaben zu entdecken und zu entfalten.

Tagesförderung

In der Tagesförderung der Klusstiftung werden Menschen mit wesentlichen geistigen und mehrfachen Behinderungen gefördert und betreut. Sie sind im erwerbsfähigen Alter und erfüllen die Voraussetzungen zur Beschäftigung in einer geschützten Werkstatt nicht oder noch nicht. Nach Beendigung der Schulzeit besteht für diese Bewohner die Möglichkeit, Beschäftigungsangebote in Form von tagesstrukturierenden Maßnahmen wahrzunehmen. Dies kann halbtags aber auch ganztags geschehen. Die Tagesförderung besteht aus 4 Gruppen, in denen schwerpunktmäßig die Selbstversorgung trainiert wird und grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten, die ein selbstbestimmtes Leben fördern, geübt und ausgebaut werden. Außerdem werden arbeitstherapeutische und kreative Angebote gemacht sowie Reit- und Bewegungstherapie ermöglicht.

Die Tagesförderung befindet sich im Katharinenstift, unserem Stammhaus und belegt dort das erste und das zweite Obergeschoss. Sie ist im Sinne einer externen Lern-, Erfahrungs- und Erlebniswelt vom Wohnbereich räumlich getrennt und entspricht so dem geforderten Zwei-Milieu-Prinzip. Die Gruppenstärke liegt bei 5-6 Personen. Neben Räumen für das Gruppengeschehen und die Einzelförderung stehen zwei Küchen zur Verfügung. Die sanitären Anlagen sind auf modernem pflegerischem Niveau.

Angebote der Tagesförderung
  • Vorbereitung der Teepause, Tee kochen, Zubereitung der entsprechenden Speisen (Joghurt, Quark, Salat, Obstteller, einmal wöchentlich Kuchen backen)
  • Unterstützung der Hauswirtschaft durch das Legen der Putzlappen und Bügeln der Geschirrtücher
  • Auf – und abhängen der Putzlappen
  • Holzwerkstatt (Fertigen von Pinnwänden, Nistkästen und kleinerer Auftragsarbeiten)
  • Kerzenwerkstatt
  • einmal wöchentlich Kreativwerkstatt
  • einmal wöchentlich Reinigung der hauseigenen Fahrzeuge
  • einmal wöchentlich Einkaufstraining
  • Snoezelen
  • Sport und Trampolin in der Schule für die Vollbeschäftigten
  • Musikangebot mit instrumentaler Begleitung
  • Spielangebote (Vier – Jahreszeiten – Spiel, Memory,…) unter Einbeziehung der Kommunikationshilfen)
  • Mal – und Bastelangebote
  • einmal wöchentlich Kutschfahrt für die Vollbeschäftigten
  • einmal wöchentlich Andacht für die Vollbeschäftigten

Der Vormittag beginnt mit dem Morgenkreis gefolgt von Arbeitsangeboten aus dem lebenspraktischen Bereich wie Bügeln, Wäsche aufhängen, Kerzenherstellung, Schreiben auf dem Computer oder Kuchen backen. Nach der Frühstückspause beginnt mit den Kreativangeboten die andere Hälfte des Vormittags. Unsere „Ideenschränke“ beinhalten jede Menge Material zum Kneten und Formen, Malen und Gestalten, Spielen mit Farben und Formen.

Ein besonderes Angebot unserer Tagesförderung ist die Kerzenwerkstatt. Hier werden aus altem Wachs neue und ganz besondere Kerzen hergestellt.

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Förderziele sind:
  • Sprachliche / Kommunikative Förderung auch mit elektronischen Kommunikationshilfen
  • Elementare Sinnesschulung zur Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit
  • Förderung der Motorik
  • Erweiterung der lebenspraktischen Fähigkeiten
  • Steigerung sozialer Handlungskompetenz
  • Vermittlung von Umwelterfahrung
  • Musik und Klangspiele
  • Steigerung von Ausdauer und Belastbarkeit
  • Eingliederung in eine WfbM
Kirche bei radio SAW

Tagesförderung – Arbeitsersatz für schwer behinderte Menschen soundcloud

Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten – Einkaufen mit der Tagesfoerderung soundcloud

Reittherapie

Der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v.Chr.) praktizierte Reiten als Ganzkörpertherapie und rühmte dabei besonders den heilsamen Rhythmus.

1992 wurde in der Klusstiftung mit dem Aufbau der Reittherapie begonnen. Unsere drei Pferde (Araber) heißen Kalif, Kalim und Kajal.
Verantwortlich für die Therapie ist unser Reitwart Christoph Morgenstern.

Das Reiten auf dem Pferd dient einer Normalisierung der Muskelspannung, der Schulung von Stell- und Gleichgewichtsreaktionen und dem Erlernen neuer Bewegungsmuster. Verbesserte Körperhaltung und gesteuerte Bewegungs- und Raumerfahrung durch dreidimensionale Beckenbewegung ergänzen einander dabei. Die Schüler bzw. Bewohner der Klusstiftung haben die Möglichkeit, regelmäßig ein- oder mehrmals in der Woche Reittherapie in Anspruch zu nehmen. Die individuelle Betreuung durch Fachpersonal wird gewährleistet.
Für entspannende Ausfahrten in die Natur stehen zudem Kutschen zur Verfügung.

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Bilder der ReittherapieBilder der ReittherapieBilder der Reittherapie

Unterstützende Kommunikation

Sich sprachlich nicht angemessen äußern zu können wirkt sich auf verschiedene Lebensbereiche der betroffenen Person aus. Ohne genügende sprachliche Möglichkeiten kann schlecht Zugang zu Freizeitangeboten oder auch zu anderen Menschen gefunden werden. Es ist schwer allgemeine Erfahrungen zu machen oder sich aktiv an sozialen Interaktion zu beteiligen. Oft wird die Person, die sich sprachlich nicht ausreichend äußern kann, leicht „übersehen“ und das Selbstwertgefühl leidet.


Mittels elektronischen Kommunikationshilfen lernen unsere Schüler und Bewohner adäquat zu kommunizieren. Sie lernen ihre Wünsche zu äußern, von Erlebten zu erzählen und Lebensräume aktiv zu gestalten.  Auf Elektronischen Kommunikationshilfen sogenannten Talkern können Wörter individuell gespeichert und über einen Touchscreen zu Wortgruppen oder Sätzen zusammengefügt werden. Unsere Mitarbeiter unterstützen die Schüler und Bewohner dabei ihren Talker kennenzulernen und im Alltag einzusetzen. Dies geschieht innerhalb von Einzelförderungen sowie alltagsbegleitend. Kinder und auch Erwachsene lernen so, ihre Umwelt neu zu entdecken und aktiv zu gestalten. Mit jedem positiven Erfolg wächst das Selbstbewusstsein und steigert die Lebensqualität.

Teacch- Konzept in der Klusstiftung

Teacch ist die Abkürzung für:
Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped Children“ (dt.: „Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbehinderter Kinder“).

Wohnheim für Kinder und JugendlicheWohnheim für ErwachseneWohnheim für Kinder und JugendlicheWohnheim an der Werkstatt

Teacch ist ein sehr erfolgreiches Förderprogramm, welches ursprünglich für Menschen mit autistischem Störungsbild entwickelt wurde. Das Teacch – Konzept geht von folgenden Prinzipien aus:

  • Verständnis der typischen Schwierigkeiten von Menschen mit Autismus
  • Individuelle Diagnostik und Förderung
  • Kooperation mit Eltern/Familien
  • Optimierung der Fähigkeit, in seiner Lebenswelt zurechtzukommen
  • Ganzheitlichkeit (Förderung sämtlicher Aspekte der Persönlichkeit)
  • Kompetenzorientierung und Respekt vor Andersartigkeit
  • Strukturierung, kognitive Ansätze und Verhaltenstheorie

Ziel ist das Verstehen des Menschen mit autistischer Störung und der, damit verbundenen andersartigen Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung. Durch Visualisierung- und Strukturierungshilfen kann die Umwelt für die Betroffenen überschaubarer gestaltet werden. So werden z.B. Zeitabschnitte visualisiert und farblich einheitlich durch festgelegte Tagesfarben gestaltet oder Aufgaben am Tagesplan individuell aufgezeigt.

Wir, als Einrichtung bedienen uns dieser Konzeption im gesamten Lebens- und Lernraum der Klusstiftung durch geschultes Personal schon über einen längeren Zeitraum. Mit dem Erfolg, Bewohnern und Schülern grundlegende Sicherheit und Orientierung im Alltag vermitteln zu können. Auf dieser so erworbenen Selbstständigkeit kann Selbstvertrauen, als Basis für eine positive Entwicklung, wachsen.

Ergänzend zum Teacch – Konzept können, für Menschen mit eingeschränkter oder fehlender eigener Lautsprache, elektronische Kommunikationshilfen sogenannte Talker eingesetzt werden. Diese bauen auf symbolbasierter Kommunikation auf und unterstützen ebenfalls eine positive Entwicklung hin zum selbstbestimmten Leben.